Mein Besuch beim Festival – Teil 1

Das größte Open-Air-Festival in Europa muss man besuchen

Ich habe das Vergnügen nur wenige hundert Meter Luftlinie vom Veranstaltungsgelände des größten Open-Air Festivals Europas entfernt zu wohnen. Glück und Unglück zugleich, denn abends ist der Sound der verschiedenen Bands am Balkon deutlich zu hören, die Straßen sind verparkt und die tollen Flächen beidseitig des Entlastungsgerinne der Donau sind für mehrere Tage für Sportaktivitäten gesperrt. Der jährliche Besuch dieses Events ist für mich daher ebenso obligatorisch, wie für rund zwei bis drei Millionen Besucher jährlich.

Bands, Stimmung und Sommerfeeling

Das Wiener Donauinselfest findet immer in der letzten Juniwoche oder der ersten Juliwoche statt. Wie schon der Name verrät, liegt das Festivalgelände auf der Donauinsel, einem rund 20 km langen Erdwall, der die Donau und die Entlastungsrinne verbindet und der Hochwasserschutz für Wien ist. Das Event selbst findet zwischen der Nordbrücke und der Reichsbrücke statt. Das Areal teilen sich, räumlich getrennt, die Bühnen für Rock, Pop, Klassik und Volksmusik und wechseln sich mit Zelten für Kabarett und Stationen zum Mitmachen ab. Ein kleiner Teil des Festivalgeländes ist für Fahrgeschäfte reserviert. Zwischen den Bühnen gibt es Buden, in Wien Standeln genannt, mit Getränken und Speisen. Das Festival ist kostenfrei, Tickets werden keine benötigt. Allerdings gibt es seit einigen Jahren Einlasskontrollen und verschärfte Zutrittsbedingungen. Große Rucksäcke und Taschen sind nicht mehr erlaubt, ebenso dürfen sperrige Gegenstände, Glasflaschen, Regenschirme oder E-Scooter und Fahrräder nicht auf das Gelände genommen werden. Wenn der Andrang zu einem Bühnenact zu groß ist, dann kann der Zutritt eingeschränkt oder einzelne Bereiche kurzfristig geschlossen werden.

Die Zufahrt unbedingt öffentlich durchführen

Im Bereich des Festivals gibt es nur wenige Parkplätze. Diese sind kostenpflichtig, weil in Wien Kurzparkzonenpflicht herrscht. Tickets dafür erhält man bei öffentlichen Vorverkaufsstellen oder über eine App der Stadt Wien. Ich reise zum Festivalgelände immer öffentlich und nutze die Straßenbahnlinie 25. Während der Hauptacts werden die Stationen vor, auf und nach der Floridsdorfer Brücke immer von einem Sicherheitsteam der Wiener Linien gesichert. Die öffentliche Anreise erlaubt es, dass man über einen großen Teil des Geländes bummeln kann, um von einer der anderen Brücken wieder mit der U-Bahn U6 oder U1 zurück zum Ausgangspunkt zu kommen. So erlebt man nicht nur die geplanten Auftritte von bestimmten Bands, sondern lässt sich von der Stimmung am Gelände treiben und von neuen Auftritten überraschen.

Das erste Inselfeeling konservieren

Das Donauinselfest fand 1984 erstmals statt. Ich habe es erst zwei Jahre danach besucht. Obwohl die Hauptbühne mit ihren Künstlern bereits einige tausende Menschen anzog, war genügend Platz, um gemütlich eine Decke auszubreiten und die Stimmung der Insel zu genießen. Der Wettergott meinte es bei meinem ersten Besuch sehr gut mit uns. Das Wetter war fantastisch: sommerliche Temperatur, kaum Wind und kein Niederschlag. Als die EAV (Erste Allgemeine Verunsicherung) mit Sänger Klaus Eberhartinger auftrat, wurden die einzelnen Lieder mitgesungen und Feuerzeuge in die Luft gehalten. Dieses Feeling hat sich bei mir eingenistet, auch wenn das Festival nicht immer so toll war. Das Wetter ist dafür verantwortlich. Besonders beeindruckend war das Gewitter 1993, beim Auftritt von Falco. Ein wahrer Platzregen durchnässte binnen Sekunden bis auf die Haut, die Wiese war schnell sumpfig, ein Blitz schlug in die Nähe der Bühne ein, aber Falco sang im Starkregen ohne Mikrofon seinen Song “Nachtflug” zu Ende. Da am Gelände kaum Zelte vorhanden sind und das Event vom Sommer lebt, Wetterkapriolen aber immer möglich sind, müssen Besucher auch jede Wetterlage vorbereitet sein.

Es muss nicht immer Musik sein

Das Inselfest bietet abseits der Musikacts ebenfalls tolle Unterhaltung. Auf kleinen Bühnen, teilweise in Zelten, sorgt die Kleinkunst für Lacher. Ein breites Sportprogramm soll die Besucher zum Mitmachen einladen, aber auch die Möglichkeit zum Kennenlernen von Sportgrößen geben. Kinder kommen bei den Fahrgeschäften, den Hüpfburgen, den Clownvorführungen oder dem Kaspertheater auf ihre Kosten. Zusätzlich runden Beratungen über Krebserkrankungen, Arbeitsangebote oder Sicherheitsbereiche das Angebot am Festival ab.

Trotz Menschenmassen keine Unsicherheit

Durch den Anstieg der Beliebtheit des Donauinselfestes stiegen die Zuseherzahlen von wenigen Tausenden auf mehrere Millionen. Das führt zu enormen Menschenmengen, die sich auf den Wegen und Wiesen der rund 250 m breiten, künstlichen Insel bewegen. Ich habe mich trotzdem noch nie unsicher auf der Insel gefühlt. Polizei, private Sicherheitsdienste, Rettung und Sanitäter sind vorhanden und auch gut sichtbar. Neuerdings werden auch Kameras und Drohnen für die Sicherheit eingesetzt. In meinem Umfeld habe ich keine Vorfälle beobachtet. Wetterbedingt kann es jedoch zu Hitzeverletzungen kommen. Das kühle Nass der Entlastungsrinne bietet tagsüber eine angenehme Erfrischung, denn Baden ist überall erlaubt.

Teil 2 lest ihr hier: Mein Besuch beim Festival – Teil 2 – Konzerte und Festivals in Deutschland


Das Bild und der folghende Ausschnitt über das Festival sind von Wikipedia:

Donauinselfest – Wikipedia

Das Donauinselfest auf der Donauinsel in Wien ist ein Freiluft-Musikfestival, das von der SPÖ Wien veranstaltet wird[1] und seit 1984 jährlich gegen Ende Juni (bis 1990: Ende Mai) an einem Wochenende stattfindet. Mit kumuliert knapp drei Millionen Besuchen (alle Zahlen zu den Besuchen basieren auf den Angaben des Veranstalters, wenn nicht anders angegeben) an drei Tagen wäre es das größte Musikfestival mit freiem Eintritt weltweit.


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